Somatic experience

Wesentliche Elemente:

  • In der Somatic Experience-Trauma Therapie geht es grade am Anfang immer um die Förderung und Stärkung der Ressourcen des Klienten, also dessen, was er bzw. sie gut kann und ihm bzw. ihr in Krisen und auch zur Alltagsbewältigung hilfreich ist, beruhigt und stabilisiert.
  • SE arbeitet mit dem Wahrnehmen und Nachspühren von Körperempfindungen, Gefühlen, Bildern, Bewegungen bzw. Gesten oder Verhalten und Gedanken.
  • Wenn eine stabile, positiv und sicher empfundene Grundlage da ist, kann zu den problematischen Anteilen achtsam gependelt werden. Dieses Pendeln kann die Spielräume des Klienten erweitern und innere Blockaden sanft lösen.
  • Dahinter steht die Überzeugung, dass der Klient in seiner Selbstregulation gefördert wird, bis er dies wieder allein ohne Hilfe des Therapeuten tun kann.
  • Da das Tempo bei einem Trauma zu schnell für eine Verarbeitung bzw. Integration war, legt SE großen Wert darauf, dass die therapeutische Arbeit auf das Tempo des Klienten Rücksicht nimmt und verlangsamt bzw.  in kleinen Schritten vorgegangen wird.
  • Da sich ein Trauma zu plötzlich für eine Verarbeitung ereignete, legt SE großen Wert darauf, dass das Vorgehen in der Therapie für die Klientin verständlich ist bzw. erklärt wird.
  • Da ein Trauma den Klienten überwältigt und bei ihm das Gefühl hinterläßt, hilflos zu sein, ist die Selbstermächtigung des Klienten ein wichtiges Anliegen von SE.  So wird die Klientin z.B. darin unterstützt, auf ihre eigenen Impulse zu achten bzw. sie ernst zu nehmen.
  • Die Klientin wird als Expertin ihrer eigenen Probleme bzw. Problemlösungsversuchen gewürdigt. Der Therapeut hat nur einen allgemeinen Wissens- bzw. Erfahrungsvorsprung bezüglich der therapeutischen Arbeit und steht daher nicht über dem Klienten sondern auf Augenhöhe.

UnterSchiede zu anderen Therapeutischen Verfahren:

  • Die therapeutische Arbeit geschieht auf Augenhöhe zwischen Klient und Therapeut, nicht von oben herab. Allzu starke  positive Übertragungen oder auch negative Projektionen auf den Therapeuten, die die therapeutische Beziehung in eine Schräglage bringen, werden nicht angestrebt, da sie für therapeutischen Prozeß nicht als förderlich betrachtet werden.
  • Ein Erbe unserer menschlichen Evolution ist die Fokussierung auf Bedrohungen und negative Gefühle wie Angst und Wut. Dies hat uns in früheren Zeiten vor gefährlichen Tieren, Feinden und Naturkatastrophen geschützt. In unserer heutigen Welt ist vieles anders. So wie es für uns nicht mehr gesund und hilfreich ist, große Mengen Fettreserven mit uns herumzutragen, so brauchen wir auch nicht unsere Ängste laufend zu aktivieren bzw. zu vergrößern.                   Neuere Forschungen in den Neurowissenschaften bestätigen jedoch, dass durch das immer wiederholte Reden über erschreckende Inhalte und das Wiedererleben von Traumata meist keine Heilung sonder eine Verstärkung angstbedingter Syptome auftritt.                           Deshalb verzichtet SE darauf und benutzt statt dessen die oben aufgezählten Elemente, um Traumata auf sanfterem Wege im Nervensystem aufzulösen.